Gewalt hat viele Gesichter, Zivilcourage noch mehr
Montag, 12. Oktober 2026
Häusliche Gewalt ist oft unsichtbar - umso wichtiger ist es, das Thema in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und Zivilcourage zu stärken.
Häusliche Gewalt an älteren Frauen
"Wo ist eigentlich Frau Huber geblieben? Die habe ich schon ewig nicht gesehen." Mit zunehmendem Alter ziehen sich ältere Frauen immer mehr aus dem alltäglichen Leben im Dorf oder der Gemeinschaft zurück. Die Gründe dafür sind verschieden: ein größeres Bedürfnis nach Ruhe, zunehmend mühsame Fortbewegung, keine regelmäßigen Verpflichtungen durch Arbeit oder Kinderbetreuung. Es kann aber auch ein weitaus besorgniserregenderer Grund dahinterstehen: Zahlen belegen, dass ältere Frauen von schwerer häuslicher Gewalt übermäßig betroffen sind. In vielerlei Hinsicht sind ältere Frauen besonders verwundbar:
- Ältere Frauen leben häufiger sozial isoliert. Der tägliche Kontakt zur Außenwelt durch den Arbeitsalltag oder die Kinderbetreuung fällt weg. Einschränkungen in ihrer Mobilität hindern ältere Frauen daran, Kontakte zu Nachbarn, Freundinnen oder Bekannten zu pflegen. Selbst auf den Tratsch beim lokalen Nahversorger müssen sie zunehmend verzichten.
- Von Gewalt betroffene Frauen sprechen aus Scham häufig nicht über ihre Situation. Sie erdulden dann die Gewalt, die unter Umständen schon jahrelang andauert. Von jahrelanger Gewalt betroffene Frauen kämpfen meist mit stark verringertem Selbstwertgefühl und finden nur selten den Weg zu Hilfseinrichtungen.
- Der Kontakt zu Hilfseinrichtungen ist für die Frauen zudem vielfach mit großer Unsicherheit verbunden: Werden sie dann z.B. zu einer Scheidung/Trennung gedrängt und müssen den gemeinsamen Hof verlassen? Diese Unsicherheit kann gewaltbetroffene Frauen daran hindern, sich Unterstützung zu holen. Hier ist es wichtig, vor allem auch auf die Möglichkeit einer vertraulichen und anonymen Beratung durch die Frauenberatungsstellen aufmerksam zu machen.
Besondere Formen der Gewalt an älteren Frauen
Neben den Gewaltformen, die auch jüngere Frauen betreffen (körperlich, emotional/seelisch,
sexuell), sind ältere Frauen insbesondere von folgenden Formen von Gewalt betroffen:
MATERIELLE/FINANZIELLE GEWALT
Beispielsweise: Das Einkommen wird unterschlagen. Ersparnisse werden geplündert, Bargeld wird ungefragt weggenommen, oft auch von Familienmitgliedern. Besitz wird ohne Zustimmung veräußert. Anschaffungen werden aus "Sparsamkeitsgründen" nicht getätigt.
EINSCHRÄNKUNGEN DES FREIEN WILLENS
Beispielsweise: Gewünschte Unternehmungen oder Beschäftigungen werden verboten. Frauen werden eingesperrt. Frauen dürfen sich nicht wie gewollt kleiden. Genussmittel werden verboten.
VERNACHLÄSSIGUNG
Beispielsweise: Nahrung, Hilfsmittel oder Medikamente werden vorenthalten. Kleidung oder die Wohnräume werden nicht ausreichend gereinigt. Die Körperpflege wird nicht unterstützt.
Ältere Frauen sind auf die Unterstützung durch ihre Umgebung in höherem Maß angewiesen. Darauf, dass jemand aufmerksam ist. Darauf, dass Menschen in der Gemeinde sie besuchen und den Kontakt mit ihnen pflegen. Sie suchen oft nicht selbständig Hilfe - häufig aus Scham. Wird die Gewalt durch den Partner, die Kinder oder Enkelkinder ausgeübt, sind betroffene Frauen besonders gehemmt, darüber zu sprechen.
Viele ältere Frauen sind von ihrem Partner abhängig: Sei es, dass er das höhere und existenzsichernde Einkommen hat; sei es, dass er im Grundbuch für Haus und/oder Hof steht.
Ältere Frauen sind besonders auf Zivilcourage in ihrer Umgebung angewiesen.
Was Sie konkret tun können, steht im Leitfaden auf unserer Webseite unter https://stopp-gewalt.at/wp-content/uploads/2026/05/Land_Noe_Leitfaden_Gewalt_aeltere_Frauen.pdf.
Hier erhalten Betroffene Hilfe:
Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu suchen. Solange kein Pflegebedarf besteht, stehen älteren Frauen die Frauenhäuser offen. Frauenberatungsstellen und Gewaltschutzzentren können auch telefonisch und/oder anonym kontaktiert werden.
Beratungstelefon zu häuslicher Gewalt an älteren Frauen / Pro Senectute:
0699 11 2000 99
Frauenhelpline/Hilfe für Frauen: 0800 222 555
NÖ Frauentelefon: 0800 800 810
NÖ Gewaltschutzzentrum: 02742 31966
Nächste Frauenberatungsstelle:02952 21820
Nächstes Frauenhaus: 02952 21820
Bezirkspolizeikommando: 059 1333 410305
Häusliche Gewalt an älteren Frauen
"Wo ist eigentlich Frau Huber geblieben? Die habe ich schon ewig nicht gesehen." Mit zunehmendem Alter ziehen sich ältere Frauen immer mehr aus dem alltäglichen Leben im Dorf oder der Gemeinschaft zurück. Die Gründe dafür sind verschieden: ein größeres Bedürfnis nach Ruhe, zunehmend mühsame Fortbewegung, keine regelmäßigen Verpflichtungen durch Arbeit oder Kinderbetreuung. Es kann aber auch ein weitaus besorgniserregenderer Grund dahinterstehen: Zahlen belegen, dass ältere Frauen von schwerer häuslicher Gewalt übermäßig betroffen sind. In vielerlei Hinsicht sind ältere Frauen besonders verwundbar:
- Ältere Frauen leben häufiger sozial isoliert. Der tägliche Kontakt zur Außenwelt durch den Arbeitsalltag oder die Kinderbetreuung fällt weg. Einschränkungen in ihrer Mobilität hindern ältere Frauen daran, Kontakte zu Nachbarn, Freundinnen oder Bekannten zu pflegen. Selbst auf den Tratsch beim lokalen Nahversorger müssen sie zunehmend verzichten.
- Von Gewalt betroffene Frauen sprechen aus Scham häufig nicht über ihre Situation. Sie erdulden dann die Gewalt, die unter Umständen schon jahrelang andauert. Von jahrelanger Gewalt betroffene Frauen kämpfen meist mit stark verringertem Selbstwertgefühl und finden nur selten den Weg zu Hilfseinrichtungen.
- Der Kontakt zu Hilfseinrichtungen ist für die Frauen zudem vielfach mit großer Unsicherheit verbunden: Werden sie dann z.B. zu einer Scheidung/Trennung gedrängt und müssen den gemeinsamen Hof verlassen? Diese Unsicherheit kann gewaltbetroffene Frauen daran hindern, sich Unterstützung zu holen. Hier ist es wichtig, vor allem auch auf die Möglichkeit einer vertraulichen und anonymen Beratung durch die Frauenberatungsstellen aufmerksam zu machen.
Besondere Formen der Gewalt an älteren Frauen
Neben den Gewaltformen, die auch jüngere Frauen betreffen (körperlich, emotional/seelisch,
sexuell), sind ältere Frauen insbesondere von folgenden Formen von Gewalt betroffen:
MATERIELLE/FINANZIELLE GEWALT
Beispielsweise: Das Einkommen wird unterschlagen. Ersparnisse werden geplündert, Bargeld wird ungefragt weggenommen, oft auch von Familienmitgliedern. Besitz wird ohne Zustimmung veräußert. Anschaffungen werden aus "Sparsamkeitsgründen" nicht getätigt.
EINSCHRÄNKUNGEN DES FREIEN WILLENS
Beispielsweise: Gewünschte Unternehmungen oder Beschäftigungen werden verboten. Frauen werden eingesperrt. Frauen dürfen sich nicht wie gewollt kleiden. Genussmittel werden verboten.
VERNACHLÄSSIGUNG
Beispielsweise: Nahrung, Hilfsmittel oder Medikamente werden vorenthalten. Kleidung oder die Wohnräume werden nicht ausreichend gereinigt. Die Körperpflege wird nicht unterstützt.
Ältere Frauen sind auf die Unterstützung durch ihre Umgebung in höherem Maß angewiesen. Darauf, dass jemand aufmerksam ist. Darauf, dass Menschen in der Gemeinde sie besuchen und den Kontakt mit ihnen pflegen. Sie suchen oft nicht selbständig Hilfe - häufig aus Scham. Wird die Gewalt durch den Partner, die Kinder oder Enkelkinder ausgeübt, sind betroffene Frauen besonders gehemmt, darüber zu sprechen.
Viele ältere Frauen sind von ihrem Partner abhängig: Sei es, dass er das höhere und existenzsichernde Einkommen hat; sei es, dass er im Grundbuch für Haus und/oder Hof steht.
Ältere Frauen sind besonders auf Zivilcourage in ihrer Umgebung angewiesen.
Was Sie konkret tun können, steht im Leitfaden auf unserer Webseite unter https://stopp-gewalt.at/wp-content/uploads/2026/05/Land_Noe_Leitfaden_Gewalt_aeltere_Frauen.pdf.
Hier erhalten Betroffene Hilfe:
Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu suchen. Solange kein Pflegebedarf besteht, stehen älteren Frauen die Frauenhäuser offen. Frauenberatungsstellen und Gewaltschutzzentren können auch telefonisch und/oder anonym kontaktiert werden.
Beratungstelefon zu häuslicher Gewalt an älteren Frauen / Pro Senectute:
0699 11 2000 99
Frauenhelpline/Hilfe für Frauen: 0800 222 555
NÖ Frauentelefon: 0800 800 810
NÖ Gewaltschutzzentrum: 02742 31966
Nächste Frauenberatungsstelle:02952 21820
Nächstes Frauenhaus: 02952 21820
Bezirkspolizeikommando: 059 1333 410305

